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3. Liga Ranking: Die Top-Elf von BTSV

Hallo Löwen,

heute schauen wir uns mal die Top-Elf in dieser Saison von der Braunschweiger Eintracht an. Dafür benutze ich das Ranking-System von Wyscout. In das System werden verschiedene Parameter mit hinein gerechnet und wir können dadurch sehen, wer die besten Spieler in der 3. Liga sind (z.B. sind es auf der Torwart -Position Parameter wie kassierte Gegentreffer, Torwartfehler, gehaltene Bälle, Schüsse aufs Tor und Passquote). Wir haben dafür verschieden Spieler-Kategorien zur Verfügung.

In der Abwehr sind es: beste Torwarte, zentrale Verteidiger und Aussenverteidiger.

Im Mittelfeld sind es: beste defensive Mittelfeldspieler, zentrale Mittelfeldspieler und offensive Mittelfeldspieler.

Im Angriff sind es: beste Aussenangreifer und zentrale Angreifer.

In allen Kategorien hatte Eintracht einen oder mehrere Spieler unter den Top 30. Nur in der Kategorie zentrale Mittelfeldspieler habe ich keinen BTSV-Spieler unter den besten 30 Spieler der Liga gefunden.

Und das sind unsere besten Spieler in Liga 3:

KategorieBTSV-SpielerPlatzierung Top 30Top 1 in Liga 3.
Beste TorwarteJ. Fejzić7. T. Königsmann (Mannheim)
Beste zentrale VerteidigerR. Becker
R. Ziegele
13.
23.
M. Seegert (Mannheim)
Beste AussenverteidigerB. Kessel
N. Kijewski
8.
12.
M. Schröter (Zwickau)
Beste defensive MittelfeldspielerD. Wiebe
M. Pfitzner
B. Nehrig
10.
16.
26.
T. Albutat (Duisburg)
Beste zentrale MittelfeldspielerB. Baxter Bahn (Halle)
Beste offensive MittelfeldspielerKobylański
M. Schwenk
5.
18.
M. Stoppelkamp (Duisburg)
Beste AussenangreiferM. Bär
Feigenspan
5.
23.
F. Pick (Kaiserslautern)
Beste zentrale AngreiferN. Proschwitz20.D. Undav (Meppen)

Insgesamt haben es 13 Spieler unter die Top-Spieler in einer Kategorie geschafft. In der Kategorie beste defensive Mittelfeldspieler, finden wir sogar drei Einträchtler, Wiebe, Pfitzner und Nehrig. Die besten in ihrer Kategorie sind Martin Kobylanski und Marcel Bär, beide jeweils auf dem 5. Platz. Dazu habe ich noch die besten 3. Ligaspieler in den jeweiligen Kategorien aufgelistet. Besonders bitter: Ex-Löwe Deniz Undav ist der beste zentraler Angreifer in der Liga.

Und so stelle ich mir dann die Top-Elf der Eintracht, mit einem 4-2-3-1 -System, vor:

Hoffe es hat euch gefallen. Bis zum nächsten mal, Löwen. Und denkt daran, ihr könnt mir mit Spenden helfen, vielen Dank!

Die Tabelle lügt auch in der 3.Liga: Spitzenreiter Magdeburg und Glückpilz Köln!

Hallo,

jeder Fussballfan kennt es. Eine Mannschaft spielt den Gegner an die Wand, aber trifft das Tor nicht. Der Gegner bekommt einen Elfmeter geschenkt und gewinnt 1:0. „Wir haben unglücklich verloren“, sagt der Trainer dann. Die Fans verfluchen das Pech ihres Teams bei einem Bier: „Wir waren die bessere Mannschaft“. Vielleicht sagt einer dann noch: „Egal, die Saison ist noch lang“.

Eine Fussballweissheit lautet „Die Tabelle lügt nicht“. Leider wird Leistung im Fussball immer nicht belohnt. Weil Fussball eine „low-score“ Sportart ist, spielt Zufall eine viel größere Rolle, als uns es vielleicht liebt wäre. Dustin Böttger, CEO von Global Soccer Network, sagte neulich bei uns im Podcast Eintracht Lebenslang, das Zufall ca. 40% in einem Fussballspiel ausmacht. Eine Saison mit 34. oder 38. Spieltage ist aber eine zu kleine Aufnahme dafür, dass sich Glück und Unglück ausgleichen würden. In einer Saison wird eine gute Leistung nicht immer belohnt und eine schlechte Leistung nicht immer bestraft.

Wir können die Leistung einer Fussballmannschaft aber messen und so für Gerechtigkeit sorgen. Mit der „expected goals“ -Metrik können wir messen, wie viele Tore oder Gegentore eine Mannschaft pro Spiel theoretisch hätte bekommen können. Daraus lässt sich errechnen, wie viele Punkte eine Mannschaft mit seiner Leistung sich verdient hätte.

So würde dann die Tabelle in der 3.Liga aussehen, wenn es nach der Leistung gehen würde:

Unser Top-Pechvogel der Saison ist wirklich 1.FC Magdeburg, der momentan in der Tabelle 15. ist, aber nach seiner Leistung eigentlich auf Platz 1. sein sollte. Unser Glückpilz dagegen ist Viktoria Köln. Die Kölner sollte eigentlich die rote Laterne haben. Als sehr bemerkenswert finde ich den Fakt, dass Viktoria Köln fast 16 Tore mehr geschossen hat, als von der Leistung her zu erwarten war. Duisburg und Mannheim, die momentan die direkten Aufstiegsplätze besetzen, können sich auch glücklich schätzen: die Leistung sollte nicht zu einem Aufstieg reichen.

Und die Eintracht? Viele Löwen -Fans wird es nicht überraschen, dass Eintracht Leitungsmäßig mit dem Aufstieg nichts zu tun haben sollte. Es geht eigentlich gegen den Abstieg. Sollte die Saison fortgesetzt werden, hat BTSV immer noch eine Möglichkeit aufzusteigen und gehört deswegen zu den Glückpilzen der Liga 3.

Glück gehört also zum Fussball dazu. Es ist nicht gerecht, aber es macht Fussball zu einem der romantischten Sportarten in der Welt. Und das ist auch schön, auch wenn es manchmal weh tut.

„Die Ecke bringt nichts ein“ – Eintrachts Ecken sind meistens ungefährlich

Hallo Löwen,

ich musste es ja mal versuchen. Ich habe den Videoanalysten gespielt und alle Ecken der Braunschweiger Eintracht von dieser Saison 2019/20 mir nochmal angesehen und dabei viele interessante Sachen entdeckt. Ich muss sagen, ich habe was etwas erwartet. Mehr Varianten vielleicht und definitiv mehr Gefahr. Leider musste ich feststellen, dass Eintracht mit seinen Eckbällen nur wenig Kopfschmerzen für den Gegner verursacht.

Drei Treffer nach Eckbällen

Eintracht spielt im Schnitt 4,96 Eckstöße pro Spiel. Davon enden 27,6 % mit einem Schuss. Die Löwen haben 3-mal von einer Ecke getroffen (4-mal, wenn ich Feigenspans Treffer gegen Chemnitz mitzählen würde). Das hört sich nicht besonders gefährlich an und bald sehen wir auch warum es so ist. (Wyscout.com.)

Dazu muss ich euch erstmal zeigen, wie Eintracht meistens ihre Ecken ausführt. Mit Antwerpen als Trainer benutzte Eintracht verschiedene Spieler bei Eckbällen. Zum Beispiel waren Spieler wie Kijewski, Putaro, Schwenk, Kammerbauer oder sogar Yari otto bei Eckbällen aktiv. Die meisten Ecken werden aber von Martin Kobylanski ausgeführt. Das war besonders mit Flüthmann als Trainer der Fall, aber mittlerweile kommt es auch immer häufiger unter Antwerpen vor. Kobylanski führt ca. 2/3 von Ecken aus.

Wenn Eintracht den Ball an der Eckfahne hat, dann passieren normalerweise zwei Sachen. Von der linken Seite aus spielt Kobylanski den Ball in den Strafraum so rein, dass der Ball sich vom Tor wegdreht. Von der rechten Seite aus spielt Kobylanski den Ball in den Strafraum dagegen so rein, dass der Ball sich zu dem Tor hindreht. Weil aber die Bälle meistens gefährlicher sind (statistisch gesehen), wenn sie sich vom Tor wegdrehen, wählt Eintracht manchmal auf der rechten Seite einen anderen Spieler mit einem starken linken Fuß. Damit kann er den Ball so spielen, dass der Ball sich vom Tor wegdreht. Es bleibt auch die kurze Variante, aber dazu komme ich später noch.

Die linke Ecke spielt Kobylanski so, dass der Ball sich vom Tor wegdreht, Bei der rechten Ecke dreht sich der Ball zum Tor hin.

Ecken unter Flüthmann

Sehen wir uns mal die Ecken unter Flüthmann als Trainer genauer an. Ich habe alle ersten Ballberührungen nach einer Ecke abgezeichnet. Bei den Ecken von rechts kann man deutlich sehen, dass Eintracht oft versucht hat den Ball entweder ins Zentrum zu spielen, oder sie haben die kurze Variante gespielt. Von der linken Seite aus sind die Bälle mehr in den Fünfmeterraum gelandet. Das liegt daran, dass Kobylanski, wie vorhin erklärt, den Ball von der Seite präziser flanken konnte – der Ball drehte sich vom Tor weg. Präzision bringt aber keine Variation mit sich und somit konnte der Gegner sich leicht darauf einstellen und die Bälle gut verteidigen. Der einzige Treffer gelang am 2.Spieltag gegen 1860 München aus einer kurzen Variante.


Die roten Kreise bedeuten eine erste Ballberührung vom Gegner, die blauen Kreise eine erste Ballberührung von Eintracht. Ein blaues Dreieck bedeutet einen direkten Schuss für Eintracht.

Eckbälle unter Antwerpen

Wie vorhin schon angesprochen, standen unter Antwerpen vermehrt auch andere Spieler als Kobylanski an der Eckfahne. Immer mehr flankt Eintracht die Bälle so in den Strafraum rein, dass sie in den Fünfmeterraum landen. Leider ist es auch so, dass immer seltener Eintracht die kurze Variante suchte. Dazu kommt, dass die Bälle meistens leicht vom Gegner geklärt wurden. Überhaupt scheint Eintracht Probleme zu haben, den Ball erstmal auf den eigenen Spieler zu spielen. Mit Antwerpen als Trainer traf BTSV 2-mal nach einer Ecke das Tor: Gegen Magdeburg am 20.Spieltag und gegen Jena am 22.Spieltag.

Zonenanalyse und ein Fazit

Sehen wir uns mal die Ecken (unter Antwerpen) nochmal genauer an. Wir teilen das gefährlichste Gebiet im Strafraum in sechs Zonen auf. Bei den Ecken von rechts aus sehen wir genau, dass Eintracht besonders zwei Zonen im Fünfmeterraum anzielt. Vier weitere Zonen bleiben meistens ungenutzt. Bei den Ecken von links benutzt Eintracht meistens nur eine Zone: die kurze Ecke im Fünfmeterraum. Viel Raum bleibt also ungenutzt: nur der Fünfmeterraum wird aktiv benutzt. Der Raum neben dem Elfmeterpunkt bleibt meistens ungenutzt. Dazu kommt der Fakt, dass kurze Ecken weniger eine Rolle spielen wie noch mit Flüthmann als Trainer.

Eintracht spielt seine Ecken somit sehr fantasielos. Es wäre schlau mehr Varianten einzubauen. Die kurzen Ecken waren eine gute Option und BTSV sollte sie auch öfter benutzen. Eine Möglichkeit wäre den Gegner, bei einer besonders Mannorientiere Verteidigung, aus dem Fünfmeterraum raus zu locken, wie hier es unten im Bild England bei der WM 2018 gegen Schweden getan hat. Jedenfalls wäre es wichtig den Gegner mehr zu überraschen als bisher. In der jetzigen Form sind die Ecken zu einfach für den Gegner. Und am Ende können wir alle wieder im Liveticker lesen: „Die Ecke bringt nichts ein“.

England – Schweden. WM Viertelfinale 2018. Eine Eckballvariante genannt „Lovetrain“, weil die Spieler einen Tunnel bildeten. Der 5-meterraum ist frei.