Eintracht Braunschweig traf am Montagabend auf Fortuna Düsseldorf. Die Düsseldorfer reisten mit reichlich Selbstvertrauen an, die letzten fünf Ligaspiele konnte die Elf von Uwe Rösler gewinnen. Wie konnte der BTSV diesen Lauf stoppen und sich einen Punkt erspielen?

Aufstellungen

Aufstellungen

Daniel Meyer stellte auf sein bekanntes System um und schickte seine Mannschaft in einem 5-3-2 auf das Spielfeld. Personell gab es dabei drei Veränderungen. Ziegele, Ben Balla und Bär nahmen zunächst auf der Bank Platz. Stattdessen standen Behrendt, Kobylanski und Abdullahi in der Startelf. Im Laufe der Partie kam Bär für Abdullahi (73.), Schwenk für Kobylanski (85.) und Ben Balla für Proschwitz (93.).

Uwe Rösler schickte seine Mannschaft in einem 4-4-2 auf das Spielfeld. Dabei formierten sich die beiden Flügelspieler im Spiel mit Ball höher als die beiden zentralen Mittelfeldspieler. In der 63. Minute wurden die beiden Flügelspieler durch Iyoha und Pell ersetzt. Knapp zehn Minuten später ersetzte Kownacki Hennings und in der 85. Minute kam Sobottka für Prib auf das Spielfeld.

Defensivarbeit als Schlüssel zum Erfolg

Daniel Meyer legte in diesem Spiel vollen Fokus auf die Defensivarbeit. Dies taten die Braunschweiger sehr erfolgreich und ließen wenige Chancen zu. Wie schafften es die Löwen die starke Düsseldorfer Offensive (13 Tore aus den letzten 5 Ligaspielen) zu stoppen?

Braunschweiger Mittelfeldpressing sorgt für Kompaktheit

Braunschweig spielte gegen die Fortuna auf Düsseldorf ein Mittelfeldpressing. Dabei wurden Pässe zwischen den Düsseldorfer Innenverteidigern zugelassen, wobei der ballerhaltende Innenverteidiger von einem der Stürmer angelaufen wurde. Für den anderen Stürmer und Kobylanski war es die Aufgabe, die beiden Sechser Düsseldorf nicht anspielbar zu machen. So sollte eine Spielfortsetzung über das Zentrum verhindert werden.

Braunschweiger Mittelfeldpressing

Der beschriebene Ablauf war im Verlauf der 1. Halbzeit immer wieder der Gleiche. In dieser Szene erhält Hoffmann (3) von Danso (4) den Ball und dribbelt diagonal nach außen. Proschwitz (33) läuft Hoffmann an und lenkt diesen weiter nach außen. Gleichzeitig positioniert sich Kobylanski (10) an dem ballnahen Sechser Morales (6) und der ballferne Sechser Prib (15) befindet sich im Deckungsschatten von Proschwitz. Zusätzlich positioniert sich Abdullahi (20) minimal tiefer um Zugriff auf Prib (15) zu haben, falls dieser angespielt wird. Den Passweg zu Danso ließ Abdullahi offen. So spielt Hoffmann im Endeffekt den Ball auf Zimmermann (25).

Anspiel Außenverteidiger als Pressingtrigger für Schlüter und Kaufmann

Auch in diesem Spiel löste ein Pass auf die Düsseldorfer Außenverteidiger das Pressing für Kaufmann und Schlüter aus. Ein ähnliches Muster war bereits in der Partie gegen Borussia Dortmund zu sehen.

Anspiel auf Zimmermann verleitet Schlüter zum Rausrücken

Diese Szene schließt an die gerade beschriebene Szene an. Nachdem Hoffmann (3) den Pass auf Zimmermann (25) spielt, rückt Schlüter (3) sofort raus und versucht Druck auf den Düsseldorfer Rechtsverteidiger auszuüben. Nikolaou (4) schiebt durch auf den nun freistehenden Borello (20). Dadurch wird Schlüters Rausrücken abgesichert und der Raum hinter Schlüter durch den linken Halbverteidiger besetzt. Auf der rechten Seite war es das gleiche Vorgehen, sobald Kranjc (32) angespielt wurde.

Düsseldorf versuchte immer wieder dieses Rausrücken der Braunschweiger zu provozieren und spielte die Verlagerungen immer wieder bis zu Zimmermann und Kranjc durch. Anschließend versuchten die Außenverteidiger den Raum hinter dem rausrückenden Verteidiger hoch zu bespielen, dies wurde allerdings selten wirklich gefährlich.

Düsseldorfs Probleme mit der Eintracht-Defensive

Über den gesamten Verlauf der Partie taten sich die Gäste schwer mit der defensive Herangehensweise der Braunschweig. Über die gesamten 90 Minuten schossen die Gäste nur dreimal auf das Tor von Jasmin Fejzic.

Schnelle Verlagerungen als Möglichkeit Braunschweig zu knacken

Selten schafften es die Düsseldorfer wirklich Gefahr auf das Braunschweiger Tor auszuüben. Wenn es den Gästen gelang, dann wurde vorher das Spiel schnell verlagert und die Braunschweiger Mannschaft so auseinandergezogen oder schnell in die Tiefe gespielt. Allerdings schaffte es die Elf von Uwe Rösler selten, in solche Situationen zu kommen.

Chance Karaman

In wenigen Szenen wurden die Gäste richtig gefährlich, in der 9. Spielminute wurde es dafür umso gefährlicher. Nach einer schnellen Verlagerung von der rechten auf die linke Seite hat Kranjc (32) viel Platz den Ball an- und mitzunehmen, da die Braunschweiger zuvor auf die linke Seite verschoben hatten.

Anschließend schlug der Linksverteidiger die Flanke auf Hennings (28), welcher den Ball sofort in die Tiefe weiterleitete. Dort konnte der startende Karaman (11) den Ball mitnehmen und abschließen. Fejzic (16) konnte den Ball im Endeffekt parieren. Diese Szene ist ein Paradebeispiel dafür, wie man mit einer schnellen Verlagerung den Platz auf dem ballfernen Flügel nutzen kann. Zusätzlich zeigt die Bewegung im Zentrum, wie gefährlich es wird, wenn man ein schnelles Spiel in die Tiefe ermöglicht.

Langsames Aufbauspiel

Besonders problematisch für die Düsseldorfer war das fehlende Tempo im Aufbauspiel. Die Verlagerungen in der Viererkette wurden mit wenig Passschärfe gespielt und der Ball wurde dabei auch sehr langsam verarbeitet. Dadurch konnte Braunschweig in Ruhe verschieben und sich immer wieder kompakt formieren konnte. Dabei hatten die Löwen auch immer wieder die Möglichkeit Prib und Morales aus dem Spiel zu nehmen.

Auch das situative Abkippen von Prib und Morales in die Verteidigung konnte das Aufbauspiel nicht voranbringen, da das Tempoproblem erhalten blieb und zusätzlich eine weitere Option für das Übergangsspiel im Zentrum fehlte.

Braunschweig lässt eine Spielidee erkennen

In der gesamten Partie schossen die Gastgeber nur zweimal in Richtung des Tores der Düsseldorfer. Allerdings ging keiner der beiden Schüsse auf das Tor. Nun könnte man sagen, Braunschweig habe planlos gespielt und sich deshalb keine Torchancen erspielt. Dies ist aber nicht richtig, da über das ganze Spiel hinweg eine Spielidee zu erkennen war.

Lange Bälle als Mittel der Wahl in der 1. Halbzeit

In der ersten Halbzeit basierte das Braunschweiger Aufbauspiel auf langen Bällen aus der Abwehr auf einen der beiden Stürmer. Zwar wurde der Ball immer wieder über mehrere Stationen durch die Dreierkette gespielt, am Ende stand aber meistens der lange Ball auf Proschwitz oder Abdullahi. Dies wurde in der 1. Halbzeit auch konsequent durchgezogen. Bei den langen Bällen schafften es die Löwen allerdings zu selten eine Anschlussaktion an einen langen Ball zu generieren. Entweder mangelte es an einer Verlängerungsoption (z.B. in die Tiefe startenden Abdullahi) oder es fehlte der Zugriff auf den zweiten Ball, da oftmals sehr langsam nachgerückt wurde. Dieses Problem wird im Folgenden geschildert.

Besetzung der letzten Linie bei einem langen Ball von Behrendt

In dieser Szene lassen sich Kobylanski (10) und Abdullahi (20) fallen, dafür rückt Kaufmann (7) weiter nach vorne und etwas ins Zentrum. Auch Kammerbauer (39) positioniert sich etwas höher. Proschwitz (33), in diesem Fall Zielspieler für Behrendt (30), ist als einziger Spieler deutlich höher positioniert als Kammerbauer, Kaufmann und Abdullahi. Eine Option den Ball zu verlängern ist somit nicht gegeben.

Der lange Ball von Behrendt ist etwas zu weit gespielt und Proschwitz versucht den Ball trotzdem noch zu erlaufen. Dabei rückt der Rest allerdings sehr langsam nach. Somit wäre es in diesem Fall für Proschwitz sehr schwer, eine Anschlussaktion einzuleiten. Zusätzlich steht Proschwitz gegen drei Düsseldorfer Verteidiger. Dies zeigt die Problematik schlecht vorbereiteter langer Bälle.

Mehr spielerische Ansätze im zweiten Spielabschnitt

In der zweiten Halbzeit versuchten die Gastgeber öfter das Spiel mit flachen Pässen zu aufzubauen, beziehungsweise den Ball nicht nur hoch auf Proschwitz zu spielen. Dabei war ein Muster immer wieder zu erkennen.

Kobylanski startet in die Tiefe

In dieser Szene aus der 65. Minute erhält Kaufmann (7) nach einer Verlagerung von Kroos (18) den Ball. Kranjc (32) rückt etwas aus der Kette raus, um Druck auf Kaufmann auszuüben. Somit gibt er den Raum hinter sich weiter frei. Genau in diesen freien Raum startet Kobylanski (10) und schafft so eine 2 vs 1-Situation. Kaufmann spielt den Ball in die Tiefe auf Kobylanski und dieser flankt den Ball in den Strafraum. Dieses Muster war auch nach der Einwechslung von Bär zu erkennen. Da startete dann nicht Kobylanski in die Tiefe sondern der eingewechselte Stürmer.

Auch wenn es nicht viele Szenen wie diese gab, ist dennoch zu erkennen, dass die Meyer-Elf situativ auch spielerische Lösungen findet. Allerdings wird dies im Moment sehr selten getan, gute Ansätze sind allerdings zu erkennen.

Fazit

Natürlich sind die fehlenden Torchancen ein berechtigter Kritikpunkt, allerdings darf man nicht vergessen, dass Eintracht gegen Fortuna Düsseldorf kaum Chancen zugelassen hat. Dies dürfte auch ein wichtiger Schritt für die Mannschaft sein und vor allem Sicherheit geben. Zu null gespielt wurde zuvor schließlich nur einmal am 2. Spieltag.

Nun gilt es aber nach und nach sich im Spiel mit Ball zu verbessern. Ob es das Spiel mit langen Bällen ist oder das flache Spiel in die Tiefe, im Endeffekt ist es egal. Wichtig ist, dass die Spielidee gut vorbereitet ist und alle Spieler diese umsetzen.

Am Freitag wartet ein echtes Kellerduell gegen die Würzburger Kickers. Auf geht’s Löwen kämpfen und siegen!

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