Viele Fragen sich jetzt, ob Daniel Meyer noch der richtige Trainer ist. Die wichtigere Frage wäre, was wir eigentlich von einem Trainer wollen.

Hallo Löwen!

Erstmal eine Warnung vorweg:

Dies wird kein Beitrag pro oder contra Daniel Meyer, denn ich finde die Frage ist viel komplizierter. Es wird dennoch ein kritischer Beitrag, denn die Situation ist ernst und es sollte jedem bewusst sein, dass es um mehr geht, als nur den Klassenerhalt. Es geht vor allem darum, wie unsere LieBSte geführt wird und was wir als Vereinsmitglieder, Fördermitglieder oder Fans wollen. 

Vakuum Lieberknecht

Seit Torsten Lieberknecht nicht mehr Trainer der Eintracht ist, herrscht im Verein ein philosophisches Vakuum. Eintracht wurde von Lieberknecht geprägt und gelebt. Sogar so sehr, dass er mehr als nur ein Trainer war. Die Wünsche von vielen ihn zurückzuholen, kann ich gut verstehen. Denn nur wirklich Torsten Lieberknecht kann die Stiefel von Torsten Lieberknecht füllen. 

Bild: Robin Burek

Die Macht im Verein haben aber jetzt andere Personen. Immer wieder hört man z. B. bei Spielerverpflichtungen den Namen Tobias Rau. Dazu hat der Geschäftsführer Sport, Peter Vollmann, gerade seinen Vertrag verlängert. Es ist für mich unwahrscheinlich, dass in diese Formel ein Torsten Lieberknecht in irgendeiner Form reinpasst. 

Was für einen Trainer brauchen wir eigentlich?

Doch das ist eine andere Geschichte.

Für mich steht fest: Eintracht hat noch immer nicht die Torsten Lieberknecht -Vergangenheit bewältigt. Das zeigt sich in den Trainer- und Spielerverpflichtungen. Klar, Trainer und Spieler kommen und gehen, aber das ist nicht unser größtes Problem. Nein, unser Problem ist, dass wir nicht wirklich wissen, was für Trainer und Spieler wir eigentlich brauchen.

Ein einfaches Beispiel: Sollte Daniel Meyer noch heute entlassen werden, wer sollte sein Nachfolger werden? Die Sache mit Torsten Lieberknecht haben wir soeben geklärt, wer sollte es also werden: Würde die Eintracht als Verein für eine gewisse Spielweise stehen, wäre diese Frage viel einfacher zu klären. 

Die letzten Jahre zeigen, wir haben im Verein keine Ahnung, wie wir Fußball spielen wollen. Mal soll es Angriffsfußball sein, dann wieder Ballbesitz- Fußball oder etwas Anderes. Marco Antwerpen sollte laut Peter Vollmann für Angriffsfußball stehen, am Ende steigt er mit Konterfußball auf. Daniel Meyer hat die Verantwortlichen davon überzeugt, Eintracht kann Ballbesitz- Fußball spielen. Mittlerweile hat die Eintracht mit 41,8 % die niedrigste Ballbesitzquote in der ganzen 2. Liga.

Beide Trainer haben rechtzeitig (?) erkannt, dass die Mannschaft das nicht kann, was sie eigentlich vorhatten. Doch ich frage mich, wie konnte es überhaupt dazu kommen, dass sie in so einer radikalen weise ihre Grundspielphilosophie verändern mussten? 

Ei oder Huhn?

Es ist eine was kam zuerst Frage, das Ei oder das Huhn? Und hier lautet die Antwort klar, der Trainer. Es sollte aber genau andersherum sein. Die Vereinsphilosophie oder Spielphilosophie sollte zuerst ausgewählt werden, dann erst der Trainer, die Spieler usw. besser ausgedrückt, man sollte erst die Strukturen anhand einer Philosophie aufbauen und danach die Personalien aussuchen, die diese Philosophie ausüben und bestenfalls leben. 

Im modernen Fußballgeschäft sind die Verträge von Spielern und Trainern sehr kurz. Für einen 2. Bundesligatrainer ist es sehr wahrscheinlich, dass er die Saison als Trainer nicht übersteht. Das ist nichts Neues. Es ist also von den Verantwortlichen ziemlich fatal eine oder mehrere Saisons um den Trainer herum zu bauen und zu planen. 

Eintracht im Ligavergleich (Wyscout)

Deshalb kann ich Daniel Meyer auch keinen großen Vorwurf machen. Er hat erkannt, dass die Mannschaft keinen Ballbesitz Fußball spielen kann. Außerdem ist er von seinen Grundideen abgewichen. Z. B. spielen wir immer seltener mit einer Dreierkette, Im Tor steht kein mitspielender Torwart und die Außenbahnen sind doppelt besetzt, sollten sie doch nur einfach besetzt sein. 

Eintrachts Entwicklung in Expected Goals (Wyscout)

Dennoch gibt es auch etliche Punkte, wo man ihn durchaus kritisieren kann und sollte. Er war bei den entscheidenden Spielerverpflichtungen dabei und die Mannschaft wurde mit seinen Spielertypen bestückt. Er hatte mit Erzgebirge Aue schon Schwächen bei den Standards gezeigt. Ein Thema, was Eintracht seit mehreren Spieltagen nun verfolgt. Und die Entwicklung geht eher rückwärts, z. B. im defensiven Bereich und das obwohl die Eintracht sich hier im Winter gezielt verstärkt hat. 

Fazit

Egal, ob Daniel Meyer am Ende der Saison noch Trainer ist oder nicht, wir sollten uns als Verein fragen, was wir von einem Trainer erwarten. Denn es darf nie wieder ein Trainer verpflichtet werden, um den sich die Planeten drehen. Sonst wird auch der nächste Trainer scheitern.

Bild: Robin Burek

Denn niemand sollte größer sein als der Verein.

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