Moin Löwen!

Die Formel 1 – Fans wissen es. Wenn der Fahrer erstmal im „Push-Mode“ ist, dann geht es richtig ab. Genau das hatte ich eigentlich auch gegen Paderborn erwartet. Pushen, sich dagegen stemmen und am Drücker sein! In der defensive taten es die Löwen auch, doch in der offensive passierte leider viel zu wenig. Nur vier Torschüsse und, wie schon gegen St. Pauli, kein einziger Schuss aufs Tor. Am Ende war es ein glücklicher Punkt, den wir gerne mitnehmen.

Unsere Aufstellung gegen Paderborn. Wie eine 4-2-3-1 -Grundformation (Wyscout)

So wie Pauli, spielte auch Paderborn mit enormer Kraft in den Umschaltphasen und mit einer Raute im Mittelfeld. Doch dieses Mal stellte Daniel Meyer seine Mannschaft nicht auf eine Dreierkette um, setzte weiterhin auf das 4-2-3-1 -System und die selbe Startelf wie schon im Spiel gegen Osnabrück. Auf der Pressekonferenz musste er aber zugeben, dass Eintracht keinen guten Tag hatte und im Spiel keinen Zugriff bekommen hat. Weil Paderborn in einer Mittelfeld- Raute spielte, hatte sie im Mittelfeld eine Überzahl. Laut Meyer hätte Eintracht diese Raute mit „guten Verschiebebewegungen“ ausgleichen können, doch hier fehlte der Mut dies zu tun. Stattdessen suchte man den freien Mann, was zu Passivität und Drucklosigkeit führte.

Paderborn mit einer Mittelfeldraute (Wyscout)

Dieses spiegelt sich auch in den Zahlen wieder. Nur 7 von 10 Pässen kamen an. Besonders bei den Vorwärtspässen gab es Probleme. Statt aus der Abwehr herauszuspielen, setzten die Löwen auf lange Bälle. In den letzten Spielen war das nicht mehr so oft zu sehen, doch gegen Paderborn wurde jeder 5. Pass lang gespielt. Das nötige Tempo fehlte auch. Eintracht konnte ihre Schnelligkeit im Umschaltspiel überhaupt nicht zur Entfaltung bringen. Das zeigt auch, dass ausgerechnet Brian Behrendt mit 32 km/h unser schnellster Spieler war, wobei die Teamlaufleistung und die Anzahl der Sprints in Ordnung war. Man hatte jedoch das Gefühl, dass die Braunschweiger eher mit oder hinterher laufen, als dass sie das Tempo vorgeben. So war es auch mit dem Spieltempo (Anzahl der Team-Pässe pro Minute im purem Ballbesitz), dass mit 13,85 deutlich unter dem Saisondurchschnitt 15,61 lag. Die meisten Zweikämpfe gingen an die Paderborner.

Zu viele lange Bälle (Wyscout)

Die Löwen hatten auch Probleme im Defensivverhalten und ließen teilweise zu große Lücken für das Umschaltspiel von Paderborn, was laut Meyer dazu führte, dass er in der Halbzeitpause etwas „lauter wurde“. Der Trainer hätte es gerne gesehen, dass die Eintracht sich in der Defensive noch mehr zurück zieht, um in der Defensive kompakter zu stehen. So konnte man sich jetzt aus der Paderborner Pressingmaschine kaum befreien und auch den Gegner zu einem Ballverlust locken um selbst zu kontern. Besonders besorgniserregend waren dabei die Defensivduelle, wo die Löwen nur knappe 51 % gewannen bei einem Saisondurchschnitt von 61 %.

Defensivduelle: Ben Balla machte ein ordentliches Spiel. Behrendt wird bitter fehlen (Wyscout)

Was nun gegen Fürth?

Gegen die Greuther Fürth ist auch ein sehr schwieriges Spiel zu erwarten. Die Mannschaft ist in ihren intensiven Läufen fast genauso im „Push-Mode“ wie Paderborn es auch war. Sie ziehen sich im Pressing je nach Spiel etwas mehr zurück, doch weil der BTSV mit hoch pressenden Mannschaften Probleme hat und Fürth zu Hause spielt und um den Aufstieg kämpft, ist es zu erwarten, dass sie uns in den größten Teilen des Spieles hart unter Druck setzen werden. Dazu kommt, dass sie auch öfter schon in dieser Saison im 4-4-2 -System mit einer Mittelfeldraute gespielt haben und jetzt wissen, dass Eintracht damit Probleme hat, ist es zu erwarten, dass sie auch mit einer Raute gegen uns am Dienstag spielen werden.

Leider wird uns Brian Behrendt fehlen, denn er musste im Spiel gegen Paderborn verletzt ausgewechselt werden, mit Verdacht auf Muskelfaserriss. Bitter! Ich würde stattdessen die Abwehr, wie schon gegen St. Pauli, umstellen und alles dabei auf eine Karte setzen. Oumar Diakhite würde ich, wegen seiner akuten Gefahr eine 5. Gelbe Karte zu kassieren, schonen. Ich denke die Eintracht wird sich deutlich defensiver und kompakter präsentieren und auf Umschaltmöglichkeiten lauern und versuchen mit Standards für Gefährlichkeit zu sorgen.

Die Löwen müssen weiterhin pushen! Bild: Robin Burek

Fazit

Am Ende war es das erwartete intensive Spiel, was sich die Löwen selbst noch ein wenig schwerer machten. Mit 0,2 – 1,2 erwartete Tore (xG) und 0,4 – 1,8 Non-Shot erwarteten Toren (FiveThirtyEight) geht die Punkteteilung etwas glücklich in Ordnung. Gegen Fürth hat man nichts zu verlieren und sollte defensiv alles raushauen um die Null so lange wie es geht zu halten. Auf keinen Fall sollte man wie gegen St. Pauli früh in Rückstand geraten. Die entscheidenden Spieler sollte man für das wichtige Heimspiel gegen Erzgebirge Aue schonen.

Quellen: Wyscout, FiveThirtyEight, Bundesliga, Kicker, Eintracht-PK, Whoscored

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