Eintracht und Kobylanski haben noch zwei Spiele Zeit zu zeigen, dass sie den Klassenerhalt verdient haben.

Mit einem Dankeschön an Global Soccer Network.

Hallo Löwen!

Endspurt! Die Eintracht kann, stand jetzt, immer noch jede Tabellenplatzierung zwischen 17. und 14. erreichen (Stand 13.5. vor dem Spiel Kiel vs. Regensburg). Die Wahrscheinlichste Option ist momentan der Relegationsplatz, doch auch der direkte Klassenerhalt ist in Reichweite. Nach dem Auftritt gegen Fortuna Düsseldorf, hat man im Eintracht-Umfeld wieder Hoffnung und Mut getankt. Einer fehlte bei diesem Auftritt allerdings fast komplett: Martin Kobylanski.

Bild: Robin Burek

Ich habe hier neulich einen Startelfeinsatz von Martin Kobylanski gefordert. Und während des Spieles in Düsseldorf, als die Eintracht zurücklag, habe ich laut geschrien, warum zum Teufel der Trainer nicht endlich Koby bringt. Er kam erst in der 87. Minute und hatte dann auch gleich ein paar gute Aktionen. Also fühlte ich mich bestätigt.

Doch die Wahrheit ist eine andere.

Schaut man nämlich auf seine Statistiken, sieht man über die Saison hinweg, dass er nicht ganz in der Liga angekommen ist. Eine Verletzung oder Erkrankung warfen ihn zwischenzeitlich zurück. Andererseits war es nach der Überperformance in der letzten Saison abzusehen, dass eine gewisse Regression zu erwarten war. Doch auch mit seiner neuen Rolle als Bankdrücker kam Koby nicht ganz so gut klar. Oft wirkt er nach seiner Einwechselung übermotiviert, verdammt zu zeigen, dass er es doch kann. So war auch es auch gegen Düsseldorf, als er in der 93. Minute einen indirekten Freistoß aus einem spitzen Winkel direkt verwandeln will, statt in der Mitte seine Mitspieler zu suchen.

So ist es auch nicht ganz verwunderlich aus den Daten von Global Soccer Network zu lesen, dass Kobylanski in dieser Saison nicht nur viele schlechte Aktionen in Defensive hatte, aber auch in der Offensive seinem Team nicht immer weitergeholfen hat. Es ist mit staunen zu beobachten, er hatte gerade in den offensiv relevanten Zonen mehr schlechte als gute Aktionen. Beispielsweise im gegnerischen 16er liegt sein Action Score bei -0,46 pro 90 Minuten, was bedeutet, dass er da mehr negative als positive Aktionen hatte.

Im Vergleich zu seinen Mitspielern, auf seiner Position auf dem Feld, hat Kobylanski Defizite in der Arbeit gegen den Ball und mit dem Ball. In einer Gegenüberstellung mit 31 vergleichbaren Spielern, ist er einer der schlechtesten Performern, egal ob man auf die Defensivzweikämpfe, abgefangene Bälle oder Pressing- Aktionen schaut. Das dann auch noch seine Offensiv- Aktionen eher das Team negativ beeinflussen, sagt einiges aus. Witzigerweise sind es Grätschen und Kopfballduelle, wo er verhältnismäßig gut abschneidet. Aber man stellt einen Kobylanski aus anderen Gründen auf, als den Gegner mit seinen Grätschen oder Zweikämpfen Angst einzujagen.

Es gibt aber eine Ausnahme in seiner Performance. Das Spiel gegen den VfL Osnabrück. In diesem Spiel zeigte er, was er drauf hat und dass er mehr kann. Doch war es am Ende sein können oder eher die Schwäche von Osnabrück, was wir an diesem Tag beobachten konnten? Eine Eintagsfliege in der 2. Liga? Ich glaube diese Antwort ist Koby uns und der Eintracht noch schuldig. Doch es lässt sich schwer prognostizieren.

„Zeig der ganzen Welt, dass du besser bist als Messi!“

Dieser berühmt gewordene Spruch vom Bundestrainer Joachim Löw an Mario Götze im WM-Finale 2014, passt auch gut zu unserem Koby. Wenn man nachdenkt, haben die zwei, Götze und Kobylanski, einige Ähnlichkeiten als Spielertypen und in ihren Karriereverläufen. Statt Real Madrid oder Manchester City spielt die ehemalige Nummer 10 von Borussia Dortmund jetzt bei PSV Eindhoven mit der Nummer 27. Er zeigte vielleicht im WM-Finale sein ganzes Potential, doch auch er kam damals nur von der Bank hinein und hat sich danach nie wieder so richtig dahin entwickelt, wo man ihn erwartet hat: ganz an der Weltspitze.

So ähnlich geht es auch Martin Kobylanski. Anfang der Saison hatten wir noch alle die Befürchtung, er könnte zu einem Bundesligisten wechseln. Man meinte, dass man ohne ihn nicht klarkommen würde und dass sein Abgang ein herber Verlust für die Mannschaft wäre. Und als er dann doch bei uns blieb, war nicht nur ich erleichtert und froh ihn in der 2. Bundesliga zu sehen. Doch statt ein Star in der 2. Liga zu werden droht ihm nun sein persönliches Eindhoven in der 3. Liga. Im Nachhinein wäre sein Transfer in Bundesliga für uns ein sehr guter Deal gewesen.

Traue dich was, Eintracht!

Doch zurück in die Gegenwart. Genau wie Götze, ist Koby ist ein Spieler, der das Vertrauen vom Trainer und dem Umfeld braucht. Ich hoffe stark, dass er es bekommt und noch in den letzten zwei Spielen zeigen kann, dass er in die 2. Liga gehört und sich auch dort langfristig etablieren, vielleicht sogar eines Tages in der Bundesliga spielen kann. Dafür muss er aber auf dem Platz aufhören es mit aller macht zu versuchen und stattdessen das tun, was die besten Zehner dieser Welt machen: ihre Qualitäten der Mannschaft zur Verfügung stellen.

Laut BZ hat Koby reelle Chancen auf einen Startelfeinsatz gegen die Würzburger Kickers. Es ist vielleicht ein ähnliches Spiel wie gegen Osnabrück, wo Koby es von der Spielerqualität her etwas leichter hat sich durchzusetzen. So sieht es auch Daniel Meyer in der BZ: “ Wenn Koby Selbstvertrauen hat, kann er für uns enorm wichtig sein und eine gute Rolle spielen. Wir müssen gegen Würzburg gewinnen, und das Spiel wird einen ganz anderen Charakter haben als die Partie in Düsseldorf“.

Selbstvertrauen und Charakter. Das braucht die Eintracht und Kobylanski. Ich hoffe sie zeigen es beide in den restlichen Spielen. Mein Gefühl sagt mir, dass unser Käpitän der Richtige ist um den Klassenerhalt zu schaffen.

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