Moin Löwen!

Eintracht Braunschweig steht weit oben in der Tabelle der 3. Liga und viele fragen sich jetzt schon: Kann diese Eintracht aufsteigen?

Wir erinnern uns: Im Bereich Tempofußball sind wir die Nr. 1 in der Liga und der Kader ist zumindest auf dem Papier zweitligatauglich. Eintracht hat mit Michael Schiele einen besonderen, direkten Fußball-Stil. Die Mannschaft spielt dabei bewusst gradlinig in Richtung gegnerisches Tor. Intensität und Mentalität stehen klar im Vordergrund, wenn es drum geht, eigene Chancen zu kreieren und gegnerische Möglichkeiten zu verhindern.

Doch in unserer wöchentlichen erwartete Tore-Tabelle (xG, xPts) sehen wir, dass sich unsere Eintracht bei diesem Wert eher im unteren Bereich der Tabelle wiederfindet. Schaut man sich dann die „wahre Tabelle“, die auf Wyscout-Daten basiert, genauer an, sieht man, dass Eintracht eigentlich eher überperformt und in der echten Tabelle – wenn man die statistische Auswertung der Leistungen betrachtet – auch wesentlich schlechter dastehen könnte. Hier ist allerdings zu beachten, dass nach meiner Erfahrung die Wyscout-Tabelle Teams, die auf Umschaltspiel setzen, meist etwas unterbewertet. Dagegen werden Mannschaften, die mit viel Ballbesitz spielen, etwas überbewertet. Das Duell zwischen dem FC Liverpool und Manchester City ist ein gutes Beispiel.

Bild: Robin Burek.

Dennoch ist der Unterschied zwischen theoretischer Tabelle (Platz 13) und Realität (Platz 2) sehr groß. Eintracht hätte nach der statistischen Leistung erst knapp 18 Punkte „verdient“ gehabt. Auf unserem echten Punktekonto befinden sich allerdings bereits 23! Ein Beispiel, das ebenfalls eine solche Diskrepanz aufweist, sind die gefallenen Tore in den letzten 15 Minuten. Hier hat Eintracht bereits 8 Mal genetzt, obwohl eigentlich nur 3 Tore zu erwarten gewesen wären.

Die beschriebenen Abweichungen sind ein Phänomen, das wir bei der Eintracht schon kennen. Auch in der Aufstiegssaison 2019/20 hatten wir nach den erwarteten Toren eine Überperformance. Damals war es insbesondere Martin Kobylanski, der immer traf, wenn er eigentlich nicht unbedingt hätte treffen sollen. Auch Marcel Engelhardt wies eine krasse Performance nach der Corona-Pause auf. Ich denke, es ist allgemein anerkannt, dass der Aufstieg von Eintracht etwas glücklich war. Daher sollte man nach wie vor auf der Hut sein, dass die Geschichte diese Saison auch anders ausgehen könnte. 2018/2019 war es übrigens eine deutliche Unterperformance, die uns fast in die 4. Liga gestürzt hätte: Zu erwarten waren 55 Punkte – erreicht hatten wir aber nur 45.

Eintracht-Entwicklung 2015 – 2021, Wyscout

Blickt man weiter in die Vergangenheit, weisen die Werte in sehr unterschiedliche Richtungen. In der Saison 2015/16 in der 2. Liga schnitten wir leistungsgerecht ab: Zu erwarten waren 46 Punkte und exakt diese haben wir auch erreicht. In der nächsten Saison hatten viele Fans nicht das Gefühl, dass wir insgesamt leistungsgerecht aufgestiegen wären, hätten wir uns am Ende in der Relegation durchgesetzt. So hätten die 66 tatsächlich erreichten Punkte statistisch eigentlich nur 49 Punkte sein sollen. Umso ungerechter wirkte dann der Abstieg 2017/18. Die zu erwartenden 42 Punkte hätten für einen Klassenerhalt ausgereicht, die 39 Punkte in der realen Tabelle leider nicht. Ein ähnlich „ungerechtes“ Bild zeigte sich auch in der letzten Saison: 35 erwartete Punkte hätten für den Klassenerhalt gereicht und Daniel Meyer wäre vielleicht noch Trainer. Am Ende stiegen wir mit 31 Punkten auf dem Konto direkt ab.

Um nun die Einstiegsfrage zu beantworten: Nein, rein von den erfassten Leistungsdaten her taugt Eintracht aktuell noch nicht zum klaren Aufstiegsfavorit. Doch: Sollte der Fußballgott uns mit Glück segnen und unser BTSV öfter so auftreten wie gegen Havelse, dann ist der Aufstieg durchaus möglich. Hoffentlich gehören wir am Ende sowohl in der realen Tabelle als auch leistungsgerecht in der „Expected Points“ -Tabelle zu den besten zwei Teams der Liga. Letztere könnt ihr übrigens weiterhin wöchentlich bei uns einsehen!

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