Eintracht und die „A-Wörter“

Moin Löwen!

Nach dem überzeugenden Sieg gegen den SV Meppen gibt es wohl nur wenige Löwen im Eintracht-Umfeld, die nicht an das „A-Wort“ am Samstag gedacht haben. Der Zweijahresplan droht auf einen Einjahresplan zu schrumpfen und Eintracht scheint eine Fahrstuhlmannschaft zu bleiben. Seit der Saison 2016/17 geht es bei der Eintracht immer nur um die zwei „A-Wörter“: Aufstieg oder Abstieg. Langfristige Planungen sind nicht mal über 2 Saisons hinweg möglich.

Bild: Robin Burek.

Es gibt deswegen bestimmt auch einige Löwen-Fans die nur hoffen, dass die Mannschaft gut oben mitspielt, aber nicht aufsteigen wird. Eine ruhige Saison wünschte man sich. Doch fakt ist auch, die 3.Liga ist nicht ohne Grund eine „Pleite-Liga“. Die durch die Corona-Pandemie schwindende Zuschauerzahlen, zuletzt nur 5500 Zuschauer, machen die schon so enge finanzielle Lage noch wesentlich enger.

Zwei schlechte Optionen

Dabei wird die Eintracht nur schlechte Optionen haben. Steigt man auf, spielt man nächste Saison definitiv wieder gegen den Abstieg. Die finanzielle Lage lässt es vermutlich nicht zu eine Mannschaft aufzubauen, die locker den Klassenerhalt schaffen kann. Dazu traue ich nicht den Verantwortlichen zu eine Außergewöhnliche Mannschaft zu finden. Mit Netzwerkbasiertes Scouting hat man meistens nur Spieler auf dem Zettel, die andere Teams auch auf dem Zettel haben.

Dazu kommt, dass z.B. Eintracht’s Spielstil mit aggressivem Anlaufen nicht mehr so viel Erfolg bringen wird, da die 2.Liga-Verteidiger wesentlich pressingresistenter als ihre 3. Liga-Kollegen sind. Michael Schiele hat als Trainer nur wenig 2.Liga-Erfahrung. Die Gefahr, dass es zu einem Trainerwechsel kommt (entweder mitten in oder zum Ende der Saison), ist mit dem schnellen Aufstieg deutlich erhöht. Verpasst man den Klassenerhalt wie 2020/21, findet man sich wieder am Anfang.

Steigt man nicht auf, bleibt die finanzielle Lage sehr angespannt und in der nächsten Saison gilt der Aufstieg als Ziel, den man nicht verfehlen darf. Man hat wieder etwas zu verlieren und der Druck könnte schnell, nach ein paar Niederlagen, zu groß werden. Das Team wird an seinen Zielen gemessen und wir alle wissen, wie schnell die Stimmung in Braunschweig kippen kann.

Einige Leistungsträger haben nur einen Vertrag bis Ende der Saison und andere haben auf sich Aufmerksam gemacht. Die Mannschaft und ihr Spielstil sind in der nächsten Saison auch wohlbekannt. Und: Fußball ist immer ein Glücksspiel. 40 % der Spiele werden durch Zufall entschieden. Das kann man nicht kontrollieren.

Lieber jetzt aufsteigen?

Nun. Was bevorzugt man von diesen beiden schlechten Optionen? Natürlich den direkten Aufstieg. Es ist nicht das, was ich mir wünsche (ich bin eher der Typ „eine ruhige Saison“), doch sollte man die Chance haben im nächsten Jahr aufzusteigen, sollte man es auch gestärkt anstreben. Am besten mit Winterneuzugängen und mehr taktischer Variabilität in der Rückrunde.

Aktuell hat die Eintracht eine sehr gute Ausgangsposition, die man so leicht nicht verspielen sollte. Man sollte aber auch bedenken, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Nach den erwarteten Punkten, 27,3 xPts, hatten wir auch etwas Matchglück (aktuell 32 Punkte). Das zeigt z. B. auch das Spiel gegen Meppen: 1,7 erwartete Tore haben 5 Tore erzeugt. Es werden auch noch Spiele kommen, in denen diese Schüsse nicht reingehen. Wann sie kommen werden, ist genau die Frage. Planungssicherheit ist im Fußball Mangelware.

Fazit

Aufstiege kann man nicht planen. Deswegen sollte man die Chance ergreifen, wenn sie kommt. Allerdings sollte man jetzt auch im Umfeld nicht von einem Aufstieg sprechen, sondern von Spiel zu Spiel denken. Wenn wir ein Spiel gewinnen, super. Wenn nicht, halb so wild. So bleibt das Umfeld möglichst lange locker und entspannt.

Taktikpad: Angriffsabschluss. Das Spiel der Eintracht im letzten Drittel

Hallo Löwen,

es ist Zeit, unsere Taktikpad-Serie fortzusetzen. Heute nehmen wir das Angriffsspiel der Eintracht unter die Lupe. Unser spezieller Fokus hier liegt im Abschluss und wie die Eintracht in die entsprechenden Positionen kommen möchte. Wir erinnern uns: Grundsätzlich muss man in der Aufbauphase drei verschiedene Abschnitte unterscheiden: Spielaufbau, Spielfortsetzung und Angriffsabschluss/Spiel im letzten Drittel.

Bild: Robin Burek

Wir erinnern uns auch: Eintracht kommt weitgehend über Tempo zu Chancen. Es gilt, Dynamik zu kreieren, um dadurch einen Vorteil für sich zu schaffen. Dreiviertel der Eintracht-Torabschlüsse erfolgen in höchstens 10 Sekunden nach einem Ballgewinn. Dies ist aktuell der Schlüssel zum Spiel und jede Angriffsstatistik sollte man vor diesem Hintergrund betrachten. Anders ausgedrückt: Offensivaktionen, die mit einem Schuss enden, werden bei der Eintracht fast immer mit Tempo gespielt. Bei Eintracht bleibt kaum Zeit für Extra-Kreativität: Das Spiel soll direkt und schnell sein. Gelegentlich sollen z.B. auch Überzahlsituationen forciert bzw. erspielt und ausgenutzt werden. Bei sich ergebenden Möglichkeiten soll dann auch die individuelle Überlegenheit besser eingesetzt werden.

Schlechte xG-Werte!

Eintracht kommt im Vergleich zu den anderen Teams in der Liga nicht sehr häufig zum Abschluss. Mit 11,41 Schüssen pro Spiel bei einem Ligadurchschnitt von 11,72 befindet man sich im unteren Mittelfeld. Auch die Qualität der Schüsse lässt etwas zu wünschen übrig. Eintracht hat den sechst-schlechtesten xG-Wert pro Schuss: 0,105 xG.

Die Schüsse aufs Tor in den letzten 5 Ligaspielen (Wyscout)

Das heißt auf gut Deutsch, dass die Schüsse aus einer unvorteilhaften Position abgegeben werden, was ihre Torwahrscheinlichkeit mindert. Immerhin liegen unsere Löwen bei den Schüssen aufs Tor etwas über dem Ligadurchschnitt: 37,9 % gehen direkt aufs gegnerische Gehäuse, bei einem Ligadurchschnitt von 36,4 %. Hier ist außerdem anzumerken, dass Eintracht im Schnitt ca. zwei Schüsse mehr pro Spiel abgibt als der jeweilige Gegner.

Die Schusspositionen in den letzten fünf Ligaspielen (Wyscout): Lauberbach liegt in der xG-Statistik vorn. Insgesamt werden viele Schüsse aus weiter Entfernung oder aus einem sehr spitzen Winkel abgegeben.

Statistische Auswertung

Eintracht hat im Schnitt 13,71 Ballkontakte pro Spiel im gegnerischen Strafraum (Gegner: 13) und verzeichnet ca. 22 Eintritte in den gegnerischen Sechzehner (Gegner: 18,6). Gerade bei diesen Eintritten gibt es noch Verbesserungspotenzial, damit vielversprechende Aktionen auch mit einem Torschuss enden. Das spiegelt auch die Schlüsselpassstatistik wider, bei denen Eintracht im unteren Bereich der Liga rangiert. Es gibt zwar viele Versuche, doch nur wenig Ertrag. Insgesamt hat der BTSV im Vergleich zur Ligaspitze einfach zu wenig Ballkontakte im gegnerischen Strafraum. Auffällig ist jedoch, dass unsere Jungs in den eigenen Spielen hier statistisch besser als der jeweilige Gegner abschneiden. Sie schaffen es vergleichsweise gut, den Gegner vom eigenen Strafraum fernzuhalten: Die 13 gegnerischen Ballkontakte im eigenen Sechzehner liegen deutlich unter dem Ligadurchschnitt von 16,89.

Die Schlüsselpässe in den letzten fünf Ligaspielen (Wyscout).

Eintracht ist keine besonders flankenfreudige Mannschaft, aber kann auch nicht „flankenfaul“ bezeichnet werden. Bei einem Ligadurchschnitt von 14,4 Flanken pro Spiel verzeichnet die Eintracht im Schnitt knapp eine Flanke weniger pro Spiel. Dafür ist die Genauigkeit bei den Löwen mit 35 % etwas besser als der Ligadurchschnitt (34,04 %). Pro Spiel kommen im Schnitt 4,57 Flanken im Strafraum an – etwa eine mehr als beim Gegner.

Die Flanken in den letzten fünf Ligaspielen (Wyscout)

In 1 vs. 1-Situationen muss sich die Eintracht auch weiterhin steigern, was Trainer Michael Schiele bereits selbst gefordert hat. Nur knapp 21 Mal pro Spiel suchen die Löwen im Angriff das direkte Zweikampfduell. Bei einem Ligadurchschnittswert von fast 27 ist das zu wenig. Allerdings ist auch hier die Erfolgsquote erneut auf unserer Seite: mit 53,3 % liegt man über dem Ligadurchschnitt von 52,23 %. Überhaupt würde es helfen, wenn wir mehr offensive Zweikämpfe für uns entscheiden würden: Von ca. 70 Offensivduellen gewinnen wir durchschnittlich 37,5 % und der Gegner 41,3 %.

Dribbelkönig Multhaup in den letzten fünf Ligaspielen (Wyscout).

Es sind dynamische Situationen, die Eintracht erzwingen will. Oft wird der Gegner im Angriffsdrittel unter Druck gesetzt – oder die Mannschaft geht ins Gegenpressing über. So konnten schon etliche Tore erzielt werden. Ganz entscheidend ist hier, dass die Restverteidigung in der Regel stimmt, wenn es zu einem kritischen Ballverlust kommt. Bisher lösen unsere Löwen das sehr souverän. Später folgen dazu noch ein paar konkrete Beispiele.

Die Balleroberungen im letzten Drittel in den letzten fünf Ligaspielen (Wyscout).

Videonalyse: Starke Strafraumbesetzung!

In der letzten Saison hatte Eintracht im Angriff oft das Problem, dass die gefährlichen Zonen nicht besetzt waren. Man sah oft einen 2- oder 3+1-Modus, in dem ein Spieler den Ball passte und zwei bis drei Teammitglieder versuchten, den ankommenden Ball im Tor unterzubringen. Dabei orientierte sich ein Spieler am Strafraumrand, um zweite Bälle zu gewinnen. Oft positionierte dieser sich allerdings etwas zu weit weg vom Sechzehner. Die beiden Pfosten blieben unbesetzt, den Raum am Elfmeterpunkt ließ man ebenfalls frei und ermöglichte keine zweite Agriffswelle.

Dies hat sich in dieser Saison klar verändert! Fünf bis sieben Spieler schalten sich sehr aktiv in die Offensive ein. Die gefährlichen Räume werden nach einem Ballgewinn sehr schnell besetzt. Das 1:2 gegen Wehen Wiesbaden ist ein gutes Beispiel: Die Flanke von Martin Kobylanski erreichte Lion Lauberbach im Zentrum. Neben Lauberbach laufen zwei seiner Mitspieler auf den kurzen und langen Pfosten zu. Im TV-Bild ist im Hintergrund kurz zu sehen, wie der Strafraumrand von ein bis zwei Spielern besetzt wird, um auf einen möglichen zweiten Ball zu lauern.

Das 3:0-Tor gegen den TSV Havelse ist fast ein Musterbeispiel aus dem Lehrbuch. Nachdem Jomaine Consbruch auf den rechten Flügel geschickt wird und sich an der Strafraumecke im 1 vs. 1 durchsetzen kann, spielt er den perfekten Cut-Back-Pass zu Robin Krauße. Doch er hätte auch andere Optionen gehabt: Beide Pfosten sind besetzt, ebenso Zentrum plus Elfmeterpunkt – ganz im Sinne des 3+1-Modus. Dazu lauert im Hintergrund ein Teammitglied am Strafraumrand. Perfekte Strafraumbesetzung!

Screenshot: Wyscout.

Das gelungene Positionsspiel der Braunschweiger im Angriff wird natürlich, wie angesprochen, von dynamischen Bewegen unterstützt. Dies geschieht zum Beispiel durch Positionswechsel, Pass- und Klatsch-Kombinationen und dem Hinter- bzw. Vorderlaufen. Man möchte den Gegner ins Pressing oder in Zweikämpfe locken, um dann die unorganisierte (vs. organisierte) Abwehr zu umspielen.

In unserem Paradebeispiel zum 3:0 in Havelse zieht Danilo Wiebe den gegnerischen Außenverteidiger auf sich und erschafft dadurch Platz für Consbruch. Der nun außenstehende Spieler in der Abwehrkette muss sich entscheiden: Soll er ins Pressing gehen oder sich nach hinten fallen lassen? Schließlich rückt er zurück und sichert die Tiefe ab – doch Consbruch kann die 1 vs. 1 -Situation für sich entscheiden. Es ist schön zu beobachten, wie schnell und zielorientiert sich die Braunschweiger in dieser Situation in Richtung gegnerisches Tor bewegen.

Screenshot: Wyscout.

Andere Musterbeispiele

Nicht nur die Strafraumbesetzung funktioniert bei der Eintracht inzwischen gut. Ein Geheimnis ist auch das „Wandspielen“ im höheren Mittelfeld – zum Beispiel mit Lauberbach, der oft mehrere Gegenspieler auf sich zieht und somit freien Raum für seine Mitspieler schafft. Diese Situationen konnte Eintracht schon das eine oder andere Mal für einen Steckpass nutzen, um schnell vor das gegnerische Tor zu gelangen.

Ein schönes Beispiel ist das 1:1 gegen den VfL Osnabrück. Lauberbach zieht zwei Gegenspieler auf sich. Der Abwehrspieler rückt aus der Viererkette raus. Es entsteht eine 3+1-Situation: Ein Fehler des Gegners, denn der vorgerückte Abwehrspieler reißt eine Lücke in die Kette. Er rückt zu weit vor und ist nur nicht mehr Teil der geordneten Linie. Ideal wäre hier eine sogenannte 3-1-Situation, wo der Abwehrspieler mit seinem Schatten den freien Raum deckt, während seine Mitspieler die Tiefe sichern und den freien Raum schließen. In der beschriebenen Situation kann Eintracht den Ball jedoch behaupten und mit einem Steckpass Multhaup im freien Raum erreichen, in den er gestartet ist. Das Resultat ist ein verdientes 1:1.

Screenshot: Wyscout.

Das hohe Angriffspressing des BTSV bereitet Gegnern oft Probleme und zwingt deren Abwehr zu Fehlern. Ein gutes Beispiel ist das 1:1 gegen den 1.FC Saarbrücken. Henning setzt den Torwart unter Druck, der dann einen unsauberen Pass zu seinem Nebenmann spielt. Es entsteht eine 2 vs. 1 -Situation für die Eintracht im gegnerischen Strafraum. Das 1:1 ist die logische Folge. Auch das 1:0 gegen BVB II ist ein gutes Beispiel, in dem aggressives Anlaufen die Abwehr zu Fehlern zwingt.

Screenshot: Wyscout.

Fazit

Eintracht beherrscht es sehr gut, den Gegner unter das eigene Niveau zu drücken. Unser Team kreiert zwar wenige Chancen und weist nicht immer die qualitativ hochwertigsten Schüsse auf, kann aber durch eine solide Abwehrleistung und dynamisches Bewegen, Zweikämpfe oder Pressing den Gegner zu Fehlern zwingen. Diese nutzen unsere Löwen dann sehr effizient! Die Strafraumbesetzung ist unter Michael Schiele deutlich risikoreicher als unter seinem Vorgänger Daniel Meyer und dadurch auch oft zurecht erfolgreich.

Zum Aufstieg fehlen Eintracht noch Punkte!

Moin Löwen!

Eintracht Braunschweig steht weit oben in der Tabelle der 3. Liga und viele fragen sich jetzt schon: Kann diese Eintracht aufsteigen?

Wir erinnern uns: Im Bereich Tempofußball sind wir die Nr. 1 in der Liga und der Kader ist zumindest auf dem Papier zweitligatauglich. Eintracht hat mit Michael Schiele einen besonderen, direkten Fußball-Stil. Die Mannschaft spielt dabei bewusst gradlinig in Richtung gegnerisches Tor. Intensität und Mentalität stehen klar im Vordergrund, wenn es drum geht, eigene Chancen zu kreieren und gegnerische Möglichkeiten zu verhindern.

Doch in unserer wöchentlichen erwartete Tore-Tabelle (xG, xPts) sehen wir, dass sich unsere Eintracht bei diesem Wert eher im unteren Bereich der Tabelle wiederfindet. Schaut man sich dann die „wahre Tabelle“, die auf Wyscout-Daten basiert, genauer an, sieht man, dass Eintracht eigentlich eher überperformt und in der echten Tabelle – wenn man die statistische Auswertung der Leistungen betrachtet – auch wesentlich schlechter dastehen könnte. Hier ist allerdings zu beachten, dass nach meiner Erfahrung die Wyscout-Tabelle Teams, die auf Umschaltspiel setzen, meist etwas unterbewertet. Dagegen werden Mannschaften, die mit viel Ballbesitz spielen, etwas überbewertet. Das Duell zwischen dem FC Liverpool und Manchester City ist ein gutes Beispiel.

Bild: Robin Burek.

Dennoch ist der Unterschied zwischen theoretischer Tabelle (Platz 13) und Realität (Platz 2) sehr groß. Eintracht hätte nach der statistischen Leistung erst knapp 18 Punkte „verdient“ gehabt. Auf unserem echten Punktekonto befinden sich allerdings bereits 23! Ein Beispiel, das ebenfalls eine solche Diskrepanz aufweist, sind die gefallenen Tore in den letzten 15 Minuten. Hier hat Eintracht bereits 8 Mal genetzt, obwohl eigentlich nur 3 Tore zu erwarten gewesen wären.

Die beschriebenen Abweichungen sind ein Phänomen, das wir bei der Eintracht schon kennen. Auch in der Aufstiegssaison 2019/20 hatten wir nach den erwarteten Toren eine Überperformance. Damals war es insbesondere Martin Kobylanski, der immer traf, wenn er eigentlich nicht unbedingt hätte treffen sollen. Auch Marcel Engelhardt wies eine krasse Performance nach der Corona-Pause auf. Ich denke, es ist allgemein anerkannt, dass der Aufstieg von Eintracht etwas glücklich war. Daher sollte man nach wie vor auf der Hut sein, dass die Geschichte diese Saison auch anders ausgehen könnte. 2018/2019 war es übrigens eine deutliche Unterperformance, die uns fast in die 4. Liga gestürzt hätte: Zu erwarten waren 55 Punkte – erreicht hatten wir aber nur 45.

Eintracht-Entwicklung 2015 – 2021, Wyscout

Blickt man weiter in die Vergangenheit, weisen die Werte in sehr unterschiedliche Richtungen. In der Saison 2015/16 in der 2. Liga schnitten wir leistungsgerecht ab: Zu erwarten waren 46 Punkte und exakt diese haben wir auch erreicht. In der nächsten Saison hatten viele Fans nicht das Gefühl, dass wir insgesamt leistungsgerecht aufgestiegen wären, hätten wir uns am Ende in der Relegation durchgesetzt. So hätten die 66 tatsächlich erreichten Punkte statistisch eigentlich nur 49 Punkte sein sollen. Umso ungerechter wirkte dann der Abstieg 2017/18. Die zu erwartenden 42 Punkte hätten für einen Klassenerhalt ausgereicht, die 39 Punkte in der realen Tabelle leider nicht. Ein ähnlich „ungerechtes“ Bild zeigte sich auch in der letzten Saison: 35 erwartete Punkte hätten für den Klassenerhalt gereicht und Daniel Meyer wäre vielleicht noch Trainer. Am Ende stiegen wir mit 31 Punkten auf dem Konto direkt ab.

Um nun die Einstiegsfrage zu beantworten: Nein, rein von den erfassten Leistungsdaten her taugt Eintracht aktuell noch nicht zum klaren Aufstiegsfavorit. Doch: Sollte der Fußballgott uns mit Glück segnen und unser BTSV öfter so auftreten wie gegen Havelse, dann ist der Aufstieg durchaus möglich. Hoffentlich gehören wir am Ende sowohl in der realen Tabelle als auch leistungsgerecht in der „Expected Points“ -Tabelle zu den besten zwei Teams der Liga. Letztere könnt ihr übrigens weiterhin wöchentlich bei uns einsehen!