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Analyse: Daniel Meyer als Trainer von Aue. Was wir daraus lernen können?

Hallo Löwen,

es ist schön Zweitligist zu sein. Nicht nur gibt es besseren Fußball zu sehen, nein, wir können auch auf mehr Daten und Statistiken zurückgreifen. So kommen z. B. die Laufleistung oder der Soccer Power Index dazu. Auch mit whoscored.com haben wir wieder mehr Spieldaten zu Verfügung. Es macht als „Fanalyst“ jedenfalls mehr Spass als die 3. Liga. Freuen wir uns drauf!

Ich wollte eigentlich schon Eintrachts Testspiele analysieren und werde es später auch tun. In den Spielen fehlen aber noch viele Spieler noch und darauf möchte ich warten, dass ich alle beobachten konnte. Mich interessiert z. B. wie Daniel Meyer die Spieler aufstellen will und wie er plant das Spiel aufzubauen. In den Spielen gegen Werder Bremen und Vfl Wolfsburg konnte man schon viele lange Bälle beobachten, eine 3er-Kette die auch mal zu einer 4er oder 5er -Kette wurde und viele Angriffe über die Flügel und mit den zentralen Stürmern als Target-Spieler. Zu diesen Grundideen und Spielbeobachtungen komme ich noch später im Laufe der Vorbereitung bzw. Saison-Vorschau.

Jetzt will ich aber erstmal schauen, was wir aus der Vergangenheit lernen können. Besonders Informativ finde ich die Saison 2018/19, als Daniel Meyer, damals Trainer von Erzgebirge Aue, seine Mannschaft zum Klassenerhalt in der 2. Liga geführt hat. Als Eintracht Braunschweig 2020/21 können wir viel von Aue lernen. Es war eine andere Mannschaft und unsere Situation ist anders, aber ich denke wir können mit dieser Analyse schon Schüsselpunkte sammeln auf die wir, im Laufe der Vorbereitung und in der Saison, achten sollten.

Screenshot Sportbuzzer.de

Daniel Meyer mit Aue 2018/19

Mit Erzgebirge Aue hatte Meyer seinen Erfolg und er wurde wegen des geschaffenen Klassenerhaltes gefeiert. In Sachen Punkte hat er erreicht, was man für so einen Klassenerhalt generell brauch: 40 Punkte. Mit 39,1 erwartete Punkte (xPts) kann man auch sagen, dass Aue nicht nur durch Zufall die Klasse gehalten hat. Sie haben ungefähr so viele Punkte erreicht, wie man von ihnen erwarten konnte. Allerdings muss man auch sagen, dass 39,1 xPts nur zum Platz 17. in der xPts -Rankingliste gereicht haben. Laut der „wahren Tabelle“ haben sie also den Klassenerhalt nicht geschafft. Sieht man die Statistiken von 2015/16 bis 2019/20, hätten 39,1 erwartete Punkte nur einmal für den „Ranking-Klassenerhalt“ gereicht. Mit Meyer als Trainer, profitierte Aue z. B. von Ingolstadt, die besonders viel Pech hatten und nur 35 Punkte erreicht haben bei 49,9 erwartete Punkte (xPts).

Die Grundtaktik von Aue 2018/19

Eintracht Braunschweig hat ihr erstes Testspiel mit 0:2 gegen Werder Bremen verloren und ihr zweites Spiel gegen Vfl Wolfsburg mit 1:0 gewonnen. In diesen Spielen konnte man schon deutlich erkennen, wie der neue Trainer Daniel Meyer mit Eintracht Braunschweig spielen möchte. Es ist kein Geheimnis, dass er gerne mit einem 3-4-1-2 -System spielen möchte. In der Saison 2018/19 hat er Erzgebirge Aue 56 % der ganzen Spielzeit so spielen lassen. Zuletzt spielten die Löwen in der letzten Saison mit mehr als ein System. Laut Wyscout waren es sogar 13 verschiedene Systeme, wobei das 4-2-3-1 am häufigsten gespielt wurde (24 %). In der Saison 2018/19 spielte Aue mit 10 andere Systeme, aber keiner davon wurde mehr als 6 % der Spielzeit angewendet. An einem 3-4-1-2 -System sollten wir uns schon gewöhnen, denn wir werden es oft sehen.

Aue spielte 2018/19 in 56 % der Spielzeit mit einem 3-4-1-2 -System (wyscout)

Die Stärken und Schwächen von Aue 2018/19

Mit Aue hatte Meyer besonders viele Probleme die Spielaufbau- und Offensivleistung zu verbessern. Aue hatte in vielen Bereichen den schlechtesten Wert der Liga:

  • Nur 4 % der Schüsse wurden im Fünfmeterraum geschossen
  • Die wenigsten Ballberührungen im Strafraum: 390 von einem Ligadurchschnitt von 547
  • Nur 6 Tore durch eine Standardsituation (keine Elfmeter)
  • Die wenigsten Pässe im Angriffsdrittel 45,88/90min bei einem Ligadurchschnitt von 52,79 Pässe pro 90min.
  • Die meisten Abseitssituationen in der Liga mit 105-mal im Abseits (Ligadurchschnitt 73,22)

Das sind jetzt keine Zahlen, die Eintracht-Fans besonderen Mut machen würden, besonders weil wir auch schon im Sturm unsere Probleme haben. Dazu muss man leider auch sagen, dass Aue auch in vielen Bereichen unter die schlechtesten drei rangierte. So hatte Aue sehr wenig tief angekommene Pässe, die 2. wenigsten „Intelligente Pässe“ und die 2. wenigsten Schüsse im gegnerischen Strafraum.

Die Stärken bei Aue, mit Meyer, waren bestimmt eine klare Spielidee und eine ziemlich solide Abwehrleistung. Hier gibt es keine Statistiken, die belegen würden, dass Aue defensiv eine Topmannschaft war, aber schon eine, die in vielen Bereichen im Mittelfeld der Liga lag. Sie hatten einen hohen Pressingwert (also niedriges Pressing!) von 11,19 PPDA (Liga: 9,37 PPDA). Sie haben sie den Gegner viel spielen lassen, aber durchaus unter Druck gesetzt mit einer Herausforderungsintensität von 6,4 (Liga: 6,72). Sie mussten sehr oft defensive Duelle bestreiten (68,96/ 90min, die 2. meisten in Liga 2.), aber trotzdem war der erwartete Gegentore -Wert mit 51,05 xGA 12. bester in der Liga. Sie hatten auch die meisten Grätschen in der Liga.

Daniel Meyers Idee in der Defensive ist eher das Spiel mit dem Ball zu kontrollieren und aus einer geordneten Abwehr heraus zu spielen. Dabei wird aber nicht auf Tiki-Taka gesetzt, wie er selbst auch sagte, sondern eher auf die Defensivarbeit geachtet um den richtigen Moment zu finden um umzuschalten. Im Punkto Ballbesitz war Aue 10. mit 48,5 % Ballbesitz. Bemerkenswert ist, dass Aue die 2. wenigsten Ballverluste der Liga hatte. Die Passrate von Aue 2018/19 verrät uns, dass nur 12,4 Pässe pro Ballbesitz gespielt wurde, bei einem Ligadurchschnitt von 12,86. Schüsselspieler sind dabei die „Abwehr-Quarterbacks“, die den Ball im richtigen Moment nach vorne spielen sollen und die „Receiver“, also Spieler, die den Ball annehmen können und ihn kontrollieren, um einen Angriff zu starten. Kein wunder also, dass Erzgebirge Aue die meisten langen Bälle in Liga 2 spielte, 2094-mal bei einem Ligadurchschnitt von 1785,28 lange Bälle.

Worauf sollten wir also achten?

Die Saison als Trainer von Aue hat Daniel Meyer bestimmt geprägt. Ich hoffe er hat seine Schüssel aus der Saison 2018/19 gezogen und weiß, was er damals als Trainer gut gemacht hat, aber auch wo er besonders aufpassen sollte. Ich sehe diese Schüsselpunkte, die über den Klassenerhalt oder Abstieg entscheiden könnten:

Sollte Daniel Meyer es schaffen mit Eintracht auf diese Punkte zu achten, dann klappt es auch mit dem Klassenerhalt. Mein Gefühl ist jedenfalls sehr gut und blicke gespannt auf die nächsten Testspiele.

Quellen: Wyscout.com, Whoscored.com, Braunschweiger Zeitung, Kicker.

Nikolaou ist schon da! Welche andere Optionen hat Meyer noch?

Scouting Eintracht Braunschweig für die Saison 20/21von Rabona95.

Edit: Jussi-Pekka Rode. Aktualisiert am 21.8.2020.

Hallo Löwen,

Eintracht Braunschweig hat heute am 13.7 Jannis Nikolaou verpflichtet. Damit hat Eintracht einen Spieler bekommen, der mit seinen linken Fuß gut das Spiel eröffnen kann und unsere linke Seite bestärkt. Dazu ist er Zweikampf- und Kopfballstark. Es kommen aber bestimmt noch andere dazu, denn der neue Trainer Daniel Meyer hat seine Vorstellungen, wie er mit Eintracht spielen möchte. Hier haben wir ein paar Spieler aufgelistet, die interessant sein könnten.

Vorweg die Voraussetzungen: Eintracht hat von vornherein einen großen Kader, der aber verjüngt, verkleinert und verbessert werden muss. So schwierig es ist, gerade unter den aktuellen Umständen, müsste man sich wohl am ehesten von Proschwitz, Burmeister und Ademi trennen, möglicherweise auch von Nehrig und Pfitzner. Mit Becker und/oder Nkansah wird man wohl auch nicht verlängern. Biankadi und Pourié sollen dagegen fest verpflichtet werden. Zudem darf man die Local-Player-Regelung nicht außer Acht lassen.

Im Endeffekt werden wohl nicht mehr als sechs Spieler verpflichtet werden, ein Torwart z.B. wird höchstwahrscheinlich nicht dabei sein. Stattdessen braucht man einen linksfüßigen Innenverteidiger, (Achtung! Mit Nikalaou hat sich die Sache vielleicht schon erledigt, wir werden sehen) höchstwahrscheinlich noch einen zweiten Innenverteidiger, einen großen Mann für das defensive Mittelfeld, einen laufstarken Linksfuß als Sechser/Achter sowie zwei Offensiv-Allrounder. Für jede Position sind zwei, in einem Fall auch drei Kandidaten herausgesucht worden, die zumindest halbwegs realistisch und interessant erscheinen. Die meisten von ihnen sind ablösefrei.

Lf. IV: Klass – Jürgensen
IV: J. Müller – Rossmann – Kusic

DM/IV: Mai – Wydra
lf. ZM: Jacobsen – Preißinger
RA/LA/MS: Kyereh – Bockhorn
MS/RA/LA: Malone – Boyamba

1) Linksfüßiger Innenverteidiger (Ein linksfüßiger und spielerisch starker Innenverteidiger scheint mir ein entscheidender Baustein für ein besseres Aufbauspiel zu sein):

Angeblich ist sich Eintracht mit Nico Klaß (34 Spiele – 2 Tore – keine Vorlagen) von Rot-Weiß Oberhausen (Regionalliga West) schon länger einig, deshalb soll er am Anfang stehen:
Klaß ist 1,87 groß und 23 Jahre alt, ausgebildet wurde er beim MSV. Sein Trainer Terranova beschreibt ihn als ungemein zweikampf- und kopfballstark. Klaß antizipiere gut und spiele mittlerweile auch einen feinen Pass im Spielaufbau. Dazu sei er sehr ehrgeizig und lernwillig. Auch Davari, in der abgelaufenen Saison sein Teamkollege, lobt ihn und hebt seine Zweikampfstärke hervor.

Bei Reviersport stand er in der Elf der Hinrunde, er sei so etwas wie der Shootingstar der letzten Saison gewesen. Bemerkenswerter Weise spielte er – obwohl Linksfuß – oft als rechter Innenverteidiger, was daran lag, dass der Mannschaftskapitän von RWO, Jannik Löhden, den Part des linken Innenverteidigers übernahm. Neben Löhden, 2,01 Meter groß, sieht man mit 1,87 etwas schmächtig aus. Ein anderer kritischer Punkt sei laut einem RWO-Fan die mangelnde Geschwindigkeit. Von den Daten her fällt auf, dass Klaß relativ wenig am Spiel teilgenommen hat, was aber auch mit der Spielanlage RW Oberhausens zu tun haben mag.

Der andere Kandidat, Lasse Jürgensen (63-1-3) von der U23 des FC Augsburg, ist in dem Punkt jedenfalls deutlich aktiver. Er hat unter anderem deutlich mehr lange Bälle gespielt, die relativ häufig ankamen. Er ist 22 Jahre alt und 1,92 groß. In der letzten Saison war er häufig Kapitän. Insgesamt ist er ein sehr solider Innenverteidiger mit guten Zweikampfwerten und weist keine nennenswerten Schwächen auf. Für sein Heimatland Dänemark hat er ein paar Einsätze in U-Nationalmannschaften vorzuweisen. Er wird den FCA auf jeden Fall verlassen.

Alles in allem würde ich Jürgensen vorziehen, Klaß wäre aber sicher auch eine gute Wahl. (Mein eigentlicher Favorit, Tobias Kraulich, der im Aufbauspiel seine größte Stärke hat, wechselt von der U23 des FCN nach Würzburg.)

2) Als weiteren Innenverteidiger würde ich entweder Jannik Müller, Maximilian Rossmann oder Filip Kusic vorschlagen.

Jannik Müller (98-5-2) ist 26 Jahre alt und 1,86 groß. Ausgebildet wurde er beim 1.FC Köln, bei Dynamo Dresden war er von 2014 bis 2020 unter Vertrag. Seine Stärken liegen laut whoscored.com in den Bereichen Tackling und Konzentration. Besonders kopfballstark ist er zwar nicht, seine Zweikampfwerte am Boden sind aber in Ordnung. Er ist im besten Fußballeralter und hat genügend Erfahrung in der Liga.

Eine Alternative auf dieser Position könnte Maximilian Rossmann (25 Jahre, 1,92 85-6-1) sein, der die letzten Jahre in der Erendivisie bei Herakles Almelo gespielt hat. Vorher war er in der III. Liga bei Lotte und Mainz 05 II. Er stammt aus Halberstadt, ist in Salzgitter aufgewachsen und wurde unter anderem bei Eintracht ausgebildet.Whoscored zufolge hat er keine signifikanten Schwächen, als Stärke wird Konzentration aufgeführt. Er ist ziemlich zweikampfstark, sowohl am Boden als auch in der Luft. Er war zwar nach einer schwachen Darbietung zu Beginn der Saison und nach einer anschließenden Verletzung im letzten Jahr kein Stammspieler mehr, dieses Jahr jedoch erzielte er gegen Feyenoord Rotterdam zwei Tore und lieferte auch gegen Ajax eine gute Leistung ab.

Eine weitere Option für die Innenverteidigung ist Filip Kusic (beidfüßig, 24 Jahre, 1,87 20 Spiele in der Zweiten Bundesliga, 91-8-2 in der Regionalliga) sein, dessen Vertrag in diesem Sommer ausläuft und der unter Meyer eine wichtige Rolle gespielt hat, in der abgelaufenen Saison unter Schuster aber nicht mehr. Seine größte Stärke ist die Variabilität, da er auf allen Positionen in der Defensive eingesetzt werden kann.

3) Für die Position des Sechsers wäre erste Option Sebastian Mai (26 Jahre, 1,95 108-12-7). Seine Stärken sind hinlänglich aus den Spielen gegen Halle bekannt: bissig, zweikampf- und kopfballstark, solide Spieleröffnung, torgefährlich. Als „emotionaler Leader“ könnte er eine wichtige Rolle spielen.

Als Konkurrent würde ich in erster Linie Dominik Wydra (26 Jahre, 1,88 93-2-2) sehen, der gerade seinen Vertrag in Aue aufgelöst hat, wo er in der letzten Saison unter Meyer Stammspieler und Leistungsträger war. Bei whoscored wird das Passspiel als seine besondere Stärke ausgewiesen. Ein echter Stratege und Spielmacher mit präzisen langen Bällen in die Spitze ist er allerdings nicht,sondern eher der Stabilisator für die Ballzirkulation. Darüber, ob er eher als Sechser oder als Achter am besten einzusetzen wäre, gehen die Meinungen auseinander.

Beide könnten gut die Mittelposition in der Dreierkette einnehmen. Wydras Vorteil ist, dass er über einiges an Zweitliga-Erfahrung verfügt, technisch etwas stärker einzuschätzen ist und somit die offensivere Variante wäre, für Mai sprechen die Physis und seine Leader-Qualitäten. Er könnte das neue Herz des Eintracht-Spiels werden.

4) Zum Herz gehört auch eine neue Lunge, also ein laufstarker, ballsicherer und am besten linksfüßiger Sechser bzw. Achter. Meine erste Option ist schon seit längerem Rico Preißinger (23 J, 1,85 100-7-3 in III. Liga/ 23-1-3 in II. BL), dessen Vertrag beim FCM nicht verlängert wurde. Man muss allerdings offen sagen, dass die letzte Saison seine schlechteste war. Wenn man nur danach gehen würde, wäre er kein Kandidat. Möglicherweise fehlte es ihm unter anderem etwas an der nötigen mentalen Stärke.

Eigentlich ist er aber ein technisch starker und schneller Spieler, der mit Ruhe am Ball und Übersicht überzeugen kann. In der vorletzten Saison konnte er das in der Zweiten Bundesliga an der Seite von Kirchhoff unter Beweis stellen. Wesentlich mehr Torgefahr als in den letzten Monaten zeigte er bei der Station davor, dem VfR Aalen, wo Vollmann sein Trainer war.

Die andere Variante, Thore Jacobsen (23 Jahre, 1,82 113-4-7), war in der abgelaufenen Saison ebenfalls beim FCM unter Vertrag und kehrt nun erst einmal zu Werder Bremen zurück. Er ist ballsicher, laufstark und verfügt über die nötige Spielintelligenz. Bei Werders Zweiten wurde er meist als Linksverteidiger eingesetzt.

Wenn man nur nach der letzten Saison gehen würde, müsste man sich für Jacobsen entscheiden, der zudem variabler einsetzbar wäre. Preißinger hat aber schon eine Zweitliga-Saison hinter sich, kennt Vollmann und wäre ablösefrei zu haben.

5) Was die Offensive betrifft, so brauchen wir höchstwahrscheinlich zwei neue Spieler, zumindest gesetzt den Fall, dass man sich von Proschwitz und Ademi trennen würde.

Mein absoluter Wunschspieler wäre Daniel-Kofi Kyereh (MS/HS/RA 24 J, 1,79 28-6-7 (135-41-23), der trotz guter Leistungen mit Wehen Wiesbaden wieder aus der Zweiten Liga abgestiegen ist, nun aber ablösefrei zu haben wäre. Kyereh ist ein beidfüßiger, athletischer, schneller und dribbelstarker Offensivallrounder, der auch aus der Distanz und mit dem Kopf torgefährlich ist. Er ist in Braunschweig aufgewachsen und wurde zum Teil bei Eintracht ausgebildet.

Der zweite Stürmer ist Maurice Malone (MS/LA, 19 J, 1,84 18-9-1 in der Regionalliga Bayern). Er spielt ebenfalls bei der Zweiten vom FC Augsburg und hat dort noch einen Vertrag bis 2022. Bei ihm käme also nur eine Leihe in Anbetracht. Er ähnelt Kyereh ziemlich, ist sehr athletisch und schnell, verfügt über einen guten Zug zum Tor und einen guten Abschluss. Grundsätzlich gehört er zum Profi-Kader des FCA, wird dort aber wohl kaum echte Chancen haben, für die Regionalliga ist er jedoch jetzt schon zu gut.

Alternativen zu diesen beiden Spielern könnten Joseph Boyamba und Herbert Bockhorn sein, sie gehören aber zu einem etwas anderen Spielertypus, beide sind etwas kleiner.

Joseph Boyamba (RA/LA 23 J, 1,72 140-41-26 in der Regionalliga, zuletzt für Borussia Dortmund II) ist ein sehr schneller und wendiger „Zwei-Kontakt-Stürmer“, der auch als zweite Spitze eingesetzt wurde, aber physisch Innenverteidigern unterlegen ist. Bei ihm wird es höchste Zeit, dass er die Regionalliga verlässt. In der letzten Saison war er Kapitän.

Herbert Bockhorn (RA/RV/LA/LV 24 J, 1,76 99-10-8 in RL West) wäre der absolute Allrounder für den Flügel, da er auf beiden Seiten sowohl defensiv als auch offensiv eingesetzt werden kann. Er ist beidfüßig, schnell und torgefährlich. Momentan steht er noch bei Huddersfield unter Vertrag, nachdem aber Sievert, der ihn aus Dortmund kannte und nach England geholt hatte, schon zu Beginn der letzten Saison entlassen wurde, hatte Bockhorn anschließend keine Chance mehr und möchte nun zurück nach Deutschland.

7) Sollte man im Verein der Meinung sein, Kobylanski für eine ordentliche Ablösesumme abgeben zu wollen, kämen unter anderem folgende Spieler in Betracht, auch wenn nicht immer als Eins-zu-Eins-Ersatz:

Zum einen Theodor Bergmann (OM/ZM 23 J, 1,81 91-5-12 in III. Liga ), der sich beim FCK aus unerfindlichen Gründen nicht dauerhaft durchsetzen konnte und den Verein verlassen möchte. Er ist ein sehr ehrgeiziger und begabter junger Spieler mit viel Spielintelligenz, der für die Position des Achters/Zehners perfekt geeignet wäre. Unter anderem ist er ein ausgewiesener Standard-Spezialist, muss aber nicht extra aufgefordert werden, am Pressing teilzunehmen.

Ein ganz anderer Spielertyp für die gleiche Position wäre zum anderen René Klingenburg (ZM/OM 26 J, 1,90 124-11-12 in Regionalliga, 34-9-4 in III. Liga, 25-0-0 in II. Liga). Er ist, wie man an den Statistiken sehen kann, ein ziemlicher Spätstarter, hat erst eine Saison in der Dritten Liga, in der er bei Münster sehr erfolgreich war, und eine in der Zweiten Liga absolviert, bei der er allerdings seine bisherige Torgefährlichkeit nicht unter Beweis stellen konnte. Er ist kein Edeltechniker oder Spielmacher, aber dafür ein kopfballstarker Box-to-Box-Spieler.

8) Schon weil Eintracht zumindest im Moment bedauerlicherweise keine Scoutingabteilung besitzt, ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass Spieler aus dem Ausland verpflichtet werden könnten. Vollmann meinte letztens, dass er die ganzen Spielerangebote, die er auf den Schreibtisch bekomme, gar nicht alle bearbeiten könne.

Trotzdem möchte ich zum Abschluss zumindest ein paar sehr interessante Spieler nennen, die ich zum Teil schon seit Jahren verfolge. Alle kommen aus Schweden, sind aber zum Teil schon im Ausland unterwegs gewesen, einer auch in Deutschland:

Filip Dagestal (IV 23 J, 1,89 IFK Norrköping 106-6-6 (Vertrag bis Ende 20)),
Linus Wahlqvist (RV/IV 23 J, 1,84 25-0-2 (175-17-5), vereinslos),
Kerim Mrabti (HS/RA/LA 26 J, 1,75 15-2-1 (106-21-16) vereinslos)
Muamer Tankovic (LA/OM/MS 24 J, 1,81 6-3-0 Hammarby IF (146-35-21) Vertrag bis Ende Juli 20)