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Es war zwar nur eine Halbzeit, aber..

Hallo Löwen,

viele Fans waren nach dem Spiel gegen Chemnitz der Meinung, dass Eintrach sein schlesteste Spiel der Saison spielt. Das ist vielleicht auch war, weil besonders die erste Halbzeit nach dem Gegentor  nicht gut war. Eintracht hatte wirklich Angst Fehler zu machen.

Allerdings sollte man sich nicht zu sehr von der schwache Phase blenden lassen. Es wurde vieles besser gemacht als im Schnitt diese Saison. Eintracht hatte mehr Ballbesitz als sonnst, 56,6 % vs. 43,4 %. In der 2. Halbzeit waren es sogar 59%. Die Passquote war besser als die von Chemnitz : 77% vs. 70%. In der 2. Halbzeit haben wir Chemnitz nicht viel Spiel lassen, denn sie hatten nur eine Passquote von 68 %.

Marco stellte seine Mannschaft in der 2. Halbzeit von eine 4-4-2 Raute auf eine 4-2-3-1 Formation und nach der 68. Minute auf eine 4-1-4-1 Formation um. Eintracht hatte im Spiel 233 Zweikämpfe, was 10 – 20 Zweikämpfe mehr sind, als in den letzten Spielen. Davon hat BTSV 51 % gewonnen und Chemnitz 47 %. In der 2. Halbzeit haben wir sogar 53 % der Zweikämpfe gewonnen.

Auch andere Daten zeigen eine Handschrift von Marco Antwerpen. In der unteren Graphik 1. sieht man gut, dass BTSV gegen Chemnitz weniger den langen Ball gesucht hat (11,81 % vs. 15,77 % im Schnitt) und mehr pressing auf den Gegner ausgeübt hat (5,25 PPDA vs. 8,03 PPDA im Schnitt). Beim Pressing (Graphik 2) war das wichtigeste, dass es keine grossen schwankungen gab, wie meistens mit Flüthmann.

antwerpenSäteitGraphik 1. Handschrift Antwerpen (wyscout.com).

PPDA antFluthGraphik 2. Pro Abwehraktion ermöglichte Pässe PPDA (niedriger=mehr Pressing). Links Braunschweig – Chemnitz, rechts Braunschweig – Unterhaching (wyscout.com). 

Es gab auch mehr Schüsse aufs Tor (8 vs. 4,75) und knapp mehr intelligente Pässe (4 vs. 3,81) als sonnst im Schnitt. Auch in erwarteten Toren war Eintracht besser als Chemnitz (1,9 xG vs. 1,8 xG) und besser als die Eintracht im Schnitt (1,9 xG vs. 1,28 xG). Die xG-Werte waren in der 2. Halbzeit 1,0 vs. 0,07, also hat Eintracht Chemnitz keine wirklichen Chance mehr zu gelassen. Ausserdem waren auch die Standards gut. Z.B. Hatten wir nach den Ecken danach 57 % einen Schuss. Im Schnitt schiesst Eintracht nur nach 28 % der Ecken.

Es war nur ein Spiel, oder vielleicht nur eine Halbzeit, aber wir können hoffen. Wir werden noch gut Fussball spielen mit Antwerpen, da bin ich mir sicher.

Wie wird Eintracht unter Antwerpen spielen?

Hallo Löwen,

wie in diesem Blog mehrmals beschrieben, hat sich Eintracht die letzten Spiele rückwärts entwickelt. Zwar hat Eintracht immer noch viele Punkte, doch anscheinend waren die Verantwortlichen nicht mehr davon überzeugt, das BTSV unter Flüthmann aus der Krise rauskommen könnte.

Was man den Verantwortlichen vorwerfen sollte, ist der Zickzackkurs im Spielstil der Eintracht. Mit Anwerpen hat man nun einen Trainer verpflichtet, der für Offensivfussball steht. Schön und gut, aber das heisst auch die nächsten Trainer sollten dann bitte Eintracht ähnlich spielen lassen.

Unter Flüthmann spielte Eintracht stark defensiv, mit nur 43 % Ballbesitz. Münster spielte mit Antwerpen in der letzten Saison Ballbesitzfussball, 53 % Ballbesitz im Schnitt. Wir wissen alle wie die Eintracht unter Lieberknecht spielte. Mit Pedersen wollte Marc Arnolds Eintracht plötzlich offensiv spielen. Unter Schubert waren wir gut im Mittelweg, allerdings war das Spiel sehr stark auf den Target-Spieler Hofmann ausgerichtet.

Nun also Antwerpen-Offensiv. Der Unterschied wird mit Daten sehr deutlich:

antwerpen.PNG

Der Pressingswert PPDA ist deutlich niedriger als bei der Eintracht momentan (niedriger = mehr Pressing!). Das heisst, Antwerpen will als Trainer den Gegner weniger spielen lassen als Flüthmann. Allerdings war der Pressingwert beim Gegner auch sehr niedrig unter Antwerpen, also war es immer ein sehr offensives Spiel auf beiden Seiten.

Die Passlänge war in Münster kürzer als jetzt in Braunschweig. Allerdings ist die Schussentfernung bei Eintracht momentan auch kürzer als bei Münster damals. Was ich sehr interessant finde, sind die Menge der Intelligenten Pässe, die Münster im Schnitt gespielt hat. Es war fast 2 mehr pro Spiel als bei der Eintracht jetzt. Das heisst, es sind mehr Ideen im Passspiel da.

Ein grosses Problem hatte Antwerpen mit Münster allerdings: die erwarteten Tore. Eintracht hatte mit Tore schiessen probleme, wie hier mehrmals besprochen. Es war in Münster 18/19 aber nicht gerade besser: Nur 1,14 erwartete Tore trotz der offensive Spielweise von Münster. Dagegen waren die erwarteten Gegentore sehr hoch: 1,39 pro Spiel. Bei Eintracht unter Flüthmann waren die erwarteten Tore/Gegentore 1,24 – 1,25. Bleibt zu hoffen, dass der Kader jetzt besser ist und wir nicht weniger Tore schiessen und dafür aber mehr Gegentore bekommen.

 

 

Keine Chance(n) ohne Nehrig!

Hallo Löwen,

Eintracht hat mehr Tore geschossen als man von erwarteten Toren (xG) her annehmen konnte. Sieht man nach den erwarten Toren und berechnet daraus die mögliche Punkte ausbeutung (xPts) hat Eintracht deswegen auch mehr Punkte als erwartet. Ich habe die erwarteten Toren in den jeweiligen Spielen vergleicht und daraus berechnet wie viele Punkte zu erwarten war.

Eine Methode habe ich bei xGunners gefunden: 

xGunners1

Da gibt es Punke je nach dem wie die Differenz im xG -Wert zum jeweiligen Gegner ist. Hatte Eintracht z.B gegen Münster (laut wyscout.com) einen xG-Wert von 0,45 und Münster einen xG-Wert von 1,41, gab es nach dieser Formel für Eintracht nur 0,5 Punkte. Kein gerechtes Ergebnis also. Mit dieser Methode kommt Eintracht auf ca. 16 Punkte.

Eine andere Methode ist die Spiele zu vergleichen: 1 Punkt wenn der xG-Wert bei beiden Mannschaften gleich ist, oder 0 Punkte, wenn Eintracht deutlich schlechter ist. 3 Punkte gibt es dafür, wenn Eintracht deutlich besser war. Mit dieser Methode kommt Eintracht auch nur auf 19 Punkte.

xGunners

Egal welche Methode ich wähle, Eintrach hat laut erwartete Tore mehr Punkte als erwartet. Und das ist keine gute Nachricht für Flüthmann. Das sieht man auch in herausgespielte Chancen (sport1.de/opta): der Gegner bekommt immer mehr Chancen als noch in den ersten Spielen der Saison:

chancenOpta

Eine hoffnung könnte Nehrig mit sich bringen, wenn er bald fit wird. Er ist laut Global Soccer Networks GSN Index unser bester Spieler:

Eintracht Braunschweig.001

Der Index ist ein Universaltool von GSN, um zu bewerten, wie stark ein Spieler ist. Alles, was GSN an Daten und Informationen zu Spielern sammeln, fließt hier ein. Die Datenbank beinhaltet Daten von ca. 440 000 Spieler.

Bildschirmfoto 2019-11-03 um 18.23.47

Am anfang der Saison war Nehrig noch dabei und wir spielten meiner Meinung nach auch besser. Bleibt zu hoffen, Nehrig bringt die positive Wende bald mit sich!